javier-allegue-barros-C7B-ExXpOIE-unsplash(1)

Leichter Test – schwere Entscheidung?!

Neue pränataldiagnostische Möglichkeiten und die Forderung nach Selbstbestimmung

 
Vortrag mit Taleo Stüwe vom Gen-ethischen Netzwerk und anschließende Diskussion
 
Der Vortrag richtet sich an Frauen, inter, nicht-binäre und trans Personen.
 
Termin: Donnerstag, 18. November | 19 Uhr | online über Big Blue Button
Anmeldung bis 15. November unter frieda@frieda-frauenzentrum.de
 

Pränataldiagnostik, also vorgeburtliche Untersuchungen des Embryos bzw. Fötus, ist aus der Schwangerschaftsbegleitung nicht mehr wegzudenken. Werdende Eltern müssen somit nicht nur zu Beginn entscheiden, ob sie die Schwangerschaft fortsetzen oder abbrechen möchten. Wenn sie sich für die Schwangerschaft entschieden haben, müssen sie sich fragen: Wollen sie Pränataldiagnostik in Anspruch nehmen oder nicht? Wenn ja, welche Untersuchungen? Welche Konsequenzen würden sie aus einem auffälligen Testergebnis ziehen?

Seit 2012 erweitert der sog. Nicht-invasive Pränataltest (NIPT) das Untersuchungsangebot. Aus dem Blut der schwangeren Person wird das Erbgut des Fötus herausgefiltert und auf bestimmte genetische Eigenschaften untersucht. Im August 2021 wurde beschlossen, dass der NIPT auf die Trisomie 21 (Down-Syndrom) und auch die selteneren Trisomien 13 und 18 zukünftig von den Krankenkassen bezahlt werden soll. Es stellt sich also ganz aktuell die Frage, welche Auswirkungen durch die Kassenleistung zu erwarten sind.

Im Vortrag werden Grundlagen zum aktuellen Stand und den Entwicklungen von Pränataldiagnostik vermitteln. Anschließend wollen wir gemeinsam überlegen: Wie lässt sich die feministische Forderung nach reproduktiver Selbstbestimmung bezüglich der immer weiter fortschreitenden Ausweitung und Normalisierung von Pränataldiagnostik ausformulieren?!
Es sind keine Vorkenntnisse nötig. Lasst uns gemeinsam lernen, Meinungen austauschen und bilden, Fragen aufwerfen und diskutieren.

 
Referent*in: Taleo Stüwe
Taleo Stüwe ist Mediziner*in und arbeitet seit Februar 2020 im Fachbereich Mensch und Medizin beim Gen-ethischen Netzwerk (GeN). Inhaltliche Schwerpunkte von Taleos Arbeit sind Reproduktionstechnologien, Pränataldiagnostik (PND) und Präimplantationsdiagnostik (PID), welche Taleo stets aus einer intersektional feministischen Perspektive zu betrachten versucht.
 
Als Mitglied des Vereins Doctors for Choice (DfC) und der Nachwuchswissenschaftler*innengruppe „Politiken der Reproduktion“ (PRiNa), sowie in aktivistischen Kontexten befasst Taleo sich mit weiteren Aspekten der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Selbstbestimmung.
 
Taleos Lieblingspronomen sind nin/nims. Männliche Pronomen / Anrede sind auch ok.
 
Das Gen-ethische Netzwerk e.V. (GeN) verfolgt die komplexen Entwicklungen in den Bio-, Gen- und Reproduktionstechnologien und arbeitet sie kritisch für die Öffentlichkeit auf. Diese werden so für emanzipatorische, gesellschafts- und technologiekritische Debatten im deutschsprachigen Raum zugänglich. Als Gegengewicht zu den Selbstdarstellungen aus Wissenschaft, Industrie und Politik erarbeitet das GeN kritische Positionen und setzt sich aktiv für Transparenz und Verantwortung in der Wissenschaft und ultimativ für eine gerechte und diskriminierungsfreie Gesellschaft ein. Unser Ziel ist eine nachhaltige, ökologische Landwirtschaft, ein gerechter Zugang zu Nahrungsmitteln sowie ein patient*innenorientiertes und nicht normierendes Gesundheitssystem.